Prüfung von Schutzpotentialausgleich

Schutzpotentialausgleich

Der Schutzpotentialausgleich ist eine (Schutz-) Maßnahmegegen den elektrischen Schlag, die alle im Gebäude und in ein Gebäude kommenden metallenen Leitungen, Rohre und Konstruktionsteile dauerhaft leitfähig über Potentialausgleichsleitungen miteinander verbindet.

Ohne diese Maßnahme könnten einzelne Rohrleitungen durch
z.B. Isolationsfehler elektrischer Leitungen oder durch Körperschluss eines Gerätes Spannung annehmen, während andere Rohrleitungen davon nicht betroffen sein können.
Es besteht ein Potentialunterschied! Werden zwei unterschiedliche Potentiale durch den Menschen gleichzeitig berührt, besteht akute Lebensgefahr, je höher die Potentialdifferenz ist.

Was liegt näher, diese Differenz mittels Drahtbrücken zu überbrücken, sie wird sofort ausgeglichen, alles Metallene nimmt das gleiche Potential an.
Die Bremer Stadtwerke verlangten
z.B. bei Neubauten ab den 1920er Jahren eine blanke Drahtbrücke
(Erdung der Wasserleitung) von der elektrischen Haupteinspeisung
zur Wasserleitung hinter der Wasseruhr.

Aus heutiger Sicht klingt das banal und kaum der Rede wert,
aber der Anfang zum Schutzpotentialausgleich war gemacht.

Das Thema EMV beinhaltet u.a. die Ausgleichsströme über Abschirmungen und verschiedenen Speisepunkten eines weitläufigen Netzes, betroffen sind Starkstromnetze genauso wie Datenleitungen, daher bedarf es heute mehr denn je eines guten Schutzpotentialausgleiches!

Schutz durch automatische Abschaltung der Stromversorgung

ist eng mit dem Schutzpotentialausgleich verbunden und muss immer aus einer Kombination von Basisschutz (Schutz gegen direktes Berühren) und Fehlerschutz (Schutz bei indirektem Berühren)
der nach Abschnitt 411.1 von DIN VDE 0100-410 bestehen.

Für den Fehlerschutz gilt, dass dieser immer aus dem Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene und der automatischen Abschaltung der Stromversorgung
im Fehlerfall bestehen muss. 

Geltende Bestimmungen dazu:

DIN VDE 0100-410 (VDE 0100-410), DIN VDE 0100-444 (VDE 0100-444),
DIN VDE 0100-540 (VDE 0100-540) und DIN EN 62305-1 (VDE 0185-305-3)